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Treten Sie zurück Herr Frank!

28. September 2011

2013 ist es mal wieder soweit. Die Bürger der Stadt Frankfurt am Main wählen einen neuen Oberbürgermeister bzw. eine Oberbürgermeisterin. Die aktuelle Amtsinhaberin Petra Roth (CDU) wird nach 15 Jahren als Oberbürgermeisterin nicht mehr zur Wahl antreten. In dieser Position beerben würde sie gerne Stadtrat Markus Frank (CDU), der aktuell für das Wirtschafts-, Sport- und Personaldezernat verantwortlich ist.

Eben jener Markus Frank, der es in dieser Position fast geschafft hätte, 10.5 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket (also aus Bundesmitteln) gegen die Wand zu fahren, weil sein Dezernat es nicht geschafft hatte, rechtzeitig den Umbau der Haupttribüne am Bornheimer Hang anzustoßen, für den die Mittel genehmigt worden waren. Die Stadt konnte diese zum Himmel schreiende Peinlichkeit schlussendlich nur verhindern, weil der FSV sich auf den Kuhhandel eingelassen hatte, die zu verfallen drohenden Mittel für den Umbau der Haupttribüne mit einem ebenso hohen Haushaltsposten zu tauschen, der ursprünglich für den Umbau diverser Sportplätze im Stadtgebiet gedacht war. Herr Frank erhielt so die Möglichkeit, sich mehrfach gegenüber den davon profitierenden Vereinen selbst für seine vermeintliche Leistung zu feiern, während die baufällige Haupttribüne am Bornheimer Hang heute noch steht.

Eben jener Markus Frank, der wahrscheinlich nur aufgrund des Entgegenkommens des FSV heute überhaupt noch im Römer sitzt und nicht schon längst seinen Hut nehmen musste ist es auch, der es geschafft hat, den dringend nötigen Umbau der baufälligen Haupttribüne seit Fertigstellung des ersten Bauabschnitts Mitte 2009 immer wieder mit fragwürdigen Begründungen herauszuzögern, so dass heute – mehr, als zwei Jahre später – noch immer nichts am Bornheimer Hang passiert ist und auch noch nicht abzusehen ist, wann etwas passieren wird.

Eben jener Markus Frank, der Ende 2010 vehement eine europaweite Ausschreibung der Umbauarbeiten gefordert hatte, um Rechtssicherheit zu haben.

Wir wollen ein rechtlich sauberes und transparentes Verfahren, das sowohl der Stadt als auch dem FSV Sicherheit gibt. Der Sportdezernent wird deshalb die ABG Frankfurt Holding mit der Ausschreibung und der Projektsteuerung beauftragen.

Pressemitteilung der Stadt Frankfurt

Wie sauber, transparent und sicher dieses Verfahren ist bzw. war zeigt sich an der heutigen Meldung des HR auf seiner Internetseite.

Der Neubau der Haupttribüne im Stadion des FSV Frankfurt am Bornheimer Hang droht sich erneut zu verzögern. Wie der hr am Mittwoch erfuhr, gibt es Ärger wegen der Vergabe des Bauauftrags.

Quelle: hr-online.de

In der Folge wird der HR dann etwas konkreter.

Wie der hr am Mittwoch vom Frankfurter Sportdezernat erfuhr, hat einer der unterlegenen Anbieter das Verfahren angefochten. Das Unternehmen hat ein Nachprüfungsverfahren bei der zuständigen Vergabekammer des Regierungspräsidiums (RP) Darmstadt angestrengt – es sieht schwere Formfehler, so eine Dezernatssprecherin. Durch das jetzt laufende Nachprüfungsverfahren könne sich der Baubeginn um mehrere Wochen, im schlimmsten Fall um Monate verzögern.

Gibt das RP dem Kläger gar Recht, könnte eine neue Ausschreibung nötig werden. Weist die Kammer die Vorwürfe zurück, sind noch weitere Rechtsmittel möglich.

Quelle: hr-online.de

Wir reden also auch von jenem Markus Frank, der es als Leiter des Sportdezernats anscheinend nicht einmal schafft, seinen eigenen Ansprüchen gerecht zu werden und eine saubere, transparente und sichere europaweite Ausschreibung durchführen zu lassen.

Um seine bisherige “Leistung” gebührend einordnen zu können, möchte ich zum Vergleich ein Projekt aus der direkten Umgebung heranziehen. In der ungeliebten Nachbarstadt Offenbach wurde 2010 vergleichsweise kurze Zeit vor der Entscheidung zur Ausschreibung des Umbaus der Haupttribüne am Bornheimer Hang die Entscheidung getroffen, den Umbau des Stadions am Bieberer Berg ebenfalls eropaweit auszuschreiben. Wir reden hier also von einem kompletten Stadion und nicht etwa von nur einer Tribüne. Ein weiterer entscheidender Unterschied ist, dass bis heute am Bornheimer Hang garnichts passiert ist, geschweige denn klar ist, wann mit dem Umbau überhaupt begonnen wird, während in Offenbach bereits drei von vier Tribünen stehen.

Ausser sich mit fremden Federn zu schmücken, hat der CDU-Sportdezernent der Stadt Frankfurt am Main bislang also nicht viel mehr geschafft, als beinahe 10.5 Millionen Euro an die Wand zu fahren, den notwendigen Umbau zu verzögern und sich von der chronisch armen Stadt Offenbach zeigen zu lassen, wie solche Projekte durchgeführt werden können, wenn sich Leute damit beschäftigen, die Ahnung davon haben.

Das ist nicht nur hochgradig peinlich für die Stadt Frankfurt, sondern ein Armutszeugnis für die Führung des Sportdezernats. Und dieser Markus Frank will 2013 Oberbürgermeister werden?.

Sie sind anscheinend nicht einmal dazu fähig, ein einzelnes Dezernat zu führen, also ersparen Sie den Frankfurter Bürgern bitte ihre OB-Kandidatur und treten Sie zurück Herr Frank!

2 Kommentare Eins hinterlassen →
  1. Corinna Permalink
    28. September 2011 21:09

    Bereits als mir das Wort “Ausschreibung” damals zu Ohren kam, dachte ich an nichts Gutes. Offensichtlich werden meine damals an anderer Stelle geäußerten Befürchtungen nun wahr.. @ Rotbart: Danke, dass Du gleich darauf reagiert hast, hab es mal weitergegeben an den Head von der letztjährigen tu-was-Aktion. *seufz*

Trackbacks

  1. Ersparen Sie den Frankfurter Bürgern bitte ihre OB-Kandidatur

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